Besuch des Kinderferienprogramms aus Allmendingen

Unser THW-Ortsverband bekam am vergangenen Freitagnachmittag bereits zum zweiten Mal Besuch von 14 Kindern, die sich das Technische Hilfswerk gerne einmal näher anschauen wollten.

Pünktlich um 14 Uhr wurden die Kinder mit den zwei Gerätekraftwagen (GKW) in Allmendingen abgeholt und nach Ehingen in unsere Unterkunft in die Berkacher Straße gebracht. Dort ging es dann auch gleich mit einem ganz kurzen Theorieteil los. Franz Hinterreiter erklärte den neugierigen Kindern in aller Kürze, was denn das Technische Hilfswerk (THW) überhaupt ist und wann es zum Einsatz kommt:

Deutschlandweit hat das THW als Bundesbehörde rund 80 000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, nur rund 1% davon arbeitet hauptamtlich in der Verwaltung. Zusätzlich gibt es in den Ortsverbänden insgesamt circa 15 000 Junghelferinnen und –helfer, die auf spielerische Art und Weise an die Einsatzmöglichkeiten und Aufgaben des THW herangeführt werden und bei denen auch der Spaß bei gemeinsamen Aktionen wie Zeltlagern oder beim Besuch von Schwimmbädern und Freitzeitparks nicht zu kurz kommt.

Abgerundet wurde der Theorieteil mit einem Film über die technische Hilfeleistung im Ausland. Die speziell aus- und weitergebildeten Helferinnen und Helfer kommen vor allem bei Großschadenslagen, wie Erdbeben oder Hochwasser zum Einsatz, um bei der Rettung von verschütteten Menschen mitzuwirken oder Trinkwasser aufzubereiten.

Anschließend war es endlich soweit: Die wissbegierige Gruppe konnte selbst einmal ausprobieren, was mit den Gerätschaften des THW so alles möglich ist. Eingeteilt in Kleingruppen durchliefen die Kinder in den folgenden zwei Stunden verschiedene Stationen, die von den THWlern Franz Hinterreiter, Stefan Schiedel, Harald Gapp, Michael Oberdorfer und Julia Harant  sowie den beiden Junghelferinnen Celina Luick und Sarah Schlager betreut wurden.

Zunächst konnten die Hebekissen, die Lasten bis zu 40 Tonnen heben können, getestet werden. Auf ihnen lag ein großes Labyrinth aus Holz, durch das in Teamarbeit eine Kugel manövriert werden sollte. Dies erforderte nicht nur das korrekte Bedienen der Hebekissen, die mit Druckluft befüllt und wieder entleert werden können, sondern auch einiges Nachdenken und Geschicklichkeit.

Dann ging es an das Bewegen größerer Lasten: Einmal sollten nur mithilfe von Rundhölzern und Brechstangen kleine Betonteile von der Stelle bewegt werden. War dies geschafft, wartete ein größerer Betonklotz darauf, durch den Greifzug und eine Umlenkrolle einige Zentimeter verschoben zu werden. Und das, ohne dabei viel Kraft aufwenden zu müssen. Hier war Teamgeist und Kommunikation miteinander gefragt.

Da Lasten ja nicht nur bewegt, sondern manchmal auch gegen Wegrutschen gesichert werden wollen, ging es an der nächsten Station dann darum, die entsprechenden Stiche und Bunde („Knoten“) zu erlernen, die beim THW hierfür verwendet werden.

Selbstverständlich kam auch das Erkunden der Fahrzeuge nicht zu kurz. So konnten die Kinder den GKW 1, der der ersten Bergungsgruppe als „Werkzeugkasten auf vier Rädern“ zur Verfügung steht, ausgiebig bestaunen. Neben Stativen, Scheinwerfern oder Arbeitsleinen befinden sich auf diesem Fahrzeug auch schwerere Geräte wie Kettensägen, Aggregate, Schere und Spreizer oder Atemschutzausrüstung.

An der letzten Station schließlich wurden den Kindern Grundlagen der Ersten Hilfe, wie die Stabile Seitenlage und der Transport verletzter Personen näher gebracht. Hier galt es, aus einfachen Hilfsmitteln, nämlich aus drei Jacken und zwei Holzstäben eine Trage zu bauen, mit der dann auch tatsächlich jemand getragen werden kann; was den meisten nach einigem Nachdenken und gemeinsamer Tüftelei auch gelang.

 

Zum Abschluss wurden die Kinder nach einem erlebnisreichen Nachmittag wieder mit den GKW nach Allmendingen zurückgebracht.

 

Julia Harant, BÖ